Donnerstag, 30. November 2017

GfN stellt für 2 Naturschutzprojekte LEADER-Antrag

Es ist das Ergebnis der Diskussionen und Aktionen rund um das Thema „Streuobstwiesen und alte Apfelsorten“, der Projektantrag „Alt und gesund! – Allergenarme Äpfel und Apfelbäume aus der GfN-LandObstWerkstatt“. Hier dreht sich alles um die alten Apfelsorten, in die auch Allergiker möglichst wieder genußvoll reinbeißen können.

Entstanden ist die Idee ja auf der letzten Jahreshauptversammlung und fand ihren ersten Umsetzungsschritt in der Anlage der Naschwiese zum Tag des Baumes im April dieses Jahr. Angeregt von den Aktivitäten des NABU Marsberg und der Dipl. Biologin Claudia Schluckebier aus Giershagen wurde im Laufe des Sommers eine sehr umfangreiche Projektbeschreibung erarbeitet.

Claudia Schluckebier
Federführend bei der Erstellung der Projektbeschreibung war dann auch Frau Schluckebier, die bereits einiges zum Thema allergenarme Apfelsorten aber auch zum Thema Sortenrettung und fast vergessene, heimische Obstsorten geleistet hat. Wir hoffen, dass das umfangreiche Projekt auf Zustimmung durch das Regionalforum Südliches Paderborner Land und die Bezirksregierung Detmold stößt und für 3 Jahre gefördert wird. Das wäre eine tolle Aktion für unsere Gemeinschaft und unsere Region.
Daneben haben wir uns einem weiteren Großprojekt aus „alten Zeiten“ erinnert, dass damals mit großen Aufwand betrieben wurde: Der Schutz unseres heimischen Edelkrebses. Auf Vorschlag unseres stellv. Vorsitzenden Franz Meyer soll hier in einem kleineren Projekt das Thema wieder aufgegriffen werden, Schwerpunkt der Aktivitäten ist der Bereich der oberen Sauer in Lichtenau.
Auch hier hoffen wir auf eine zügige Bewilligung des Projektes, dass zusammen mit dem Angelsportverein Lichtenau durchgeführt werden soll und nicht minder wichtig für unsere Region mit ihren letzten, weiterhin stark bedrohten Edelkrebsvorkommen ist.
Die Projektbeschreibungen können jederzeit beim Verein angefordert werden.

Mittwoch, 22. November 2017

NRW-Landtagspräsident beruft GfN-Vorsitzenden

 als Sachverständen in den Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Landesplanung
Die neue NRW-Landesregierung in Düsseldorf möchte den Windenergieausbau in Nordrhein-Westfalen wieder in geordnete Bahnen lenken. Dafür haben die CDU- und FDP Fraktion gemeinsam einen Antrag im Landtag eingebracht, der u.a. auch dafür sorgen soll, dass die zunehmenden Vorbehalte der Bevölkerung gegen den weiteren Windenergiezubau im Land abgebaut und durch eine steigende Akzeptanz wieder gesichert werden soll.
In einem ersten Schritt soll der Windenergieerlass überarbeitet werden, um damit die Handlungsspielräume des geltenden Bundes- wie Landesrechts größtmöglich und gleichzeitig rechtssicher für den angemessenen Anwohner-, Landschafts- und Naturschutz ausgeschöpft werden können.
Daneben sollen zudem die Kommunen in ihrer Planungshoheit gestärkt, die Verpflichtung zur Ausweisung von Windvorrangzonen und die Privilegierung der Windenergieerzeugung im Wald aufgehoben werden.
Die direkt gewählt Landtagsabgeordnete der CDU aus dem Rhein-Erft-Kreis, Frau Romina Plonsker, war Ende Juli hier im Kreis Paderborn und hatte sich einen Eindruck von dem Windenergieausbau im Südkreis Paderborn verschafft und anschließend die Vor und Nachteile mit dem Vorsitzenden der GfN, Hubertus Nolte und dem JU-Kreisvorsitzenden und GfN-Mitglied Kevin Gniosdorz aus Bad Wünnenberg auf Gut Wohlbedacht diskutiert.
Frau Plonsker kommt aus dem rheinischen Braunkohlerevier und kennt sich daher bestens mit dem Thema Landschaftsverbrauch und Energie aus. Nicht zuletzt durch ihr Wissen ist sie - als eine der jüngsten Landtagsabgeordneten in Düsseldorf - zum Mitglied im Wirtschafts- und Energieausschuss gewählt worden.
Aufgrund der hier erhalten Eindrücke und einer sehr objektiven Diskussion zur Windenergienutzung und ihrer massiven Auswirkungen auf Mensch, Tier und Landschaft auf der Paderborner Hochfläche hat sie um die Berufung von Hubertus Nolte als Sachverständigen in den Ausschuss gebeten, der im Dezember das Thema umfangreich behandeln wird.  Zuvor konnte der GfN-Vorsitzende bereits bei der ersten Anhörung des Entwurfes des neuen Windenergieerlasses Ende Oktober in Düsseldorf sein Fachwissen und seine Erfahrungen aus dem Kreis Paderborn einbringen.

Die Gedanken sind frei…

Nicht nur die Gedanken, auch ein einfacher Wunsch, der nicht umgesetzt wird, hat keine Folgen – auch wenn es um die Beseitigung eines Schwarzstorchhorstes geht.
Die GfN hatte schon vor einigen Monaten Gerüchte vernommen, dass der einen ordentlichen Windanlagenbetrieb vielleicht wieder störende Schwarzstorchhorst bei Dahl „entfernt“ werden sollte, bevor seine Bewohner im Frühjahr wieder zurückkamen, was nur durch einen Zufall herausgekommen ist. Inzwischen zieht dieser Zufall Kreise und wurde durch die Neue Westfälische am letzten Wochenende (Ausgabe vom 18./19.09.2017) öffentlich gemacht:

Schade, dass der Unternehmer, der beim Kreis nach einer Genehmigung zur Entfernung des Horstes angefragt hat, nicht seinen Auftragnehmer nannte.
Die GfN hatte bereits nach den ersten Informationen bei einem Verwaltungsjuristen nachgefragt, inwieweit hier bereits etwas strafrechtlich verfolgt werden kann, aber der Fachmann wiegelte ab: Ein Ansinnen allein genügt nicht…



Das Storchenpaar hat das Wiederauffinden seines Horstes bei Dahl jedenfalls wohlwollend genutzt und erfolgreich für Nachwuchs gesorgt. Vielleicht entsteht ja in der Nähe dann ein weiterer Horst, wäre doch schön.

GfN – Anwalt der Natur vor unserer Haustür

Aktuelle Stellungnahmen im September und Oktober 2017
Auch nach den Sommerferien standen wieder Stellungnahmen zu Bauvorhaben zur Errichtung von Windenergieanlagen an, die zum Teil schon in 2016 bearbeitet worden waren. Zwischenzeitlich hatten die Antragssteller aufgrund der von uns gemachten Eingaben neue Unterlagen vorgelegt, die wiederum durch die GfN und dann abschließend durch das Landesbüro der Naturschutzverbände NRW bearbeitet und in weiteren Stellungnahmen gegen die Vorhaben beim Kreis eingewendet worden sind.
Stellungnahmen wurden zu folgenden Vorhaben abgegeben:
WP „Körtge 1“ - Einwendungen zum Antrag auf Errichtung und Betrieb von zwei WEA (Enercon E 115, Enercon E 82-2) in der Gemarkung Fürstenberg (Stadt Bad Wünnenberg), Antr.: Windpark Sintfeld II GmbH
In dem bereits bestehenden Windpark sollen 2 weitere Anlagen errichtet werden, so dass es zu einer weiteren Verdichtung des Windparks kommt, dem aus artenschutzrechtlichen Gründen zu widersprechen war. Hierzu hatte sich bereits die GfN mit Schreiben vom 8.9.2016 und der VNV zusammen mit dem NABU Marsberg mit Schreiben vom 19.12.2016 eingewendet. Eine ergänzende Einwendung wurde vom Landesbüro der Naturschutzverbände am 7.4.2017 an den Kreis Paderborn gesendet.




Aufgrund einer Mitteilung des Umweltamtes des Kreises Paderborn per Email vom 31.8.2017 konnte innerhalb einer Frist von 2 Wochen (!) eine Stellungnahme zu den zwischenzeitlich ergänzten natur- und artenschutzrechtlichen Unterlagen des Antragsstellers abgegeben werden. Der diesbezügliche Einwand erfolgte fristgerecht nach Bearbeitung durch die GfN durch das Landesbüro.

WP Paderborn-Dahl / „Knipsberg“ -  Einwendungen zum Antrag auf Errichtung und Betrieb von 4 WEA (Enercon E 82)
Bereits beim benachbarten Windpark „Hassel“ hat der Schwarzstorch für einigen Wirbel gesorgt, die geplanten Anlagen im Windpark Knipsberg auf Paderborner Gemarkungsseite sollten zum Teil noch näher an den Standort des Schwarzstorchhorstes (den die GfN im Frühjahr 2016 gefunden und gemeldet hat) heranrücken.
Auch hier hat sich die GfN dafür eingesetzt, dass das Landesbüro eine Stellungnahme für die anerkannten Naturschutzverbände BUND NRW, LNU und NABU NRW fristgerecht zum 23.10.2017 abgegeben hat, die natürlich gerade den Schutz des Schwarzstorches besonders deutlich angemahnt hat.
WP Bad Wünnenberg „Oberfeld“ -  Einwendungen zum Antrag auf Errichtung und Betrieb von 7 WEA (Enercon E 101)
Bereits seit rund 4 Jahren (!) liegen die Anträge zu Bau von 7 Windkraftanlagen im Bad Wünnenberger Oberfeld beim Kreis Paderborn zur Bearbeitung vor, nun wurden die Anträge mit zum Teil veralteten Unterlagen zum Natur- und Artenschutz offengelegt. Auch hier hat die GfN die Unterlagen bearbeitet und mit dem Landesbüro abgestimmt.


Das Landesbüro hat dann ebenfalls wieder fristgerecht zum 30.10.2017 eine Stellungnahme abgegeben und zahlreiche Einwendungen gegen das Vorhaben vorgebracht.
Die jeweiligen Stellungnahmen können jederzeit bei der GfN angefordert werden.

Bauanträge zum Knipsberg und Oberfeld sind zurückgenommen
Den aktuellen Mitteilungen des Kreises Paderborn ist zu entnehmen, dass sowohl die Anträge zum Bau der 4 Anlagen in PB-Dahl als auch die Anträge zum Bau der 7 Anlagen im Wünnenberger Oberfeld vom Antragssteller zurückgenommen worden sind.
Vielleicht konnten wir hier einen Beitrag zum Umdenken leisten, da beide Vorhaben auch aus Gründen des Natur- und Artenschutzes höchst problematisch geworden wären und wahrscheinlich auch zu juristischen Überprüfung durch die Umweltverbände geführt hätten.

Weitere Stellungnahme erforderlich
Derzeit befinden sich weitere Vorhaben, zu denen die GfN zusammen mit dem Landesbüro in 2016 bereits Stellung genommen hat, zumindest in einer eingeschränkten Offenlegung. Dieses betrifft die Vorhaben „Saure Heide“, „Wohlbedacht“ und „Etteln-West“. Hier haben die Antragssteller neue, aktualisierte Unterlagen vorgelegt. Leider ist uns Ehrenamtlern hier zum Teil wieder nur kurze Zeit eingeräumt worden (14 Tage!) um die teilweise mehrere hundert Seiten je Antrag durchzuarbeiten und zu prüfen. Außerdem haben die abzurufenden Dateien bei der Genehmigungsbehörde manchmal ein so hohes Datenvolumen, das mit herkömmlichen Rechnern und dem langsamen Datennetz im Paderborner Land erst gar nicht runtergeladen werden kann. Ein barrierefreier Datenzugang sieht anders aus…

Mittwoch, 15. November 2017

Renaturierung der Alme

 Spatenstich mit Regierungspräsidentin
Der umfangreiche Erwerb der Flächen der NRW-Stiftung im oberen Almetal aus dem Besitz des Haus Büren´schen Fonds ermöglichte die Planung der Renaturierung der Alme und seiner Auen auf 900 m Länge.
Am 6. September erfolgte der Spatenstich zum 1. Bauabschnitt der Renaturierung der oberen Alme durch alle Projektbeteiligten – Kreis Paderborn, Wasserverband Obere Lippe, NRW-Stiftung, GfN und Biologische Station – zusammen mit der Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, nachdem die Bezirksregierung Detmold die entsprechenden Fördergelder bereitgestellt hatte. 

Die Projektpartner mit Landrat und Regierungspräsidentin beim Spatenstich
Bis vor 60 Jahren wurde die obere Alme bzw. die Almeaue bei Ringelstein als Flößwiese genutzt, nachdem der einzige Karstfluss in NRW zu diesem Grund bereits vor mehr als 150 Jahren zu diesem Zweck begradigt wurde. Dadurch grub sich die Alme immer tiefer in das Flussbett ein, besonders gefährlich bei Hochwasser.Um dies zu ändern, bekommt die Alme bei Ringelstein zusätzliche Schleifen.
Nach der Renaturierung ist die Alme bei Ringelstein auf einer Strecke von 900 Metern um 600 Meter gewachsen. Das bedeutet mehr Lebensraum für Tiere – beispielsweise für Fische wie die Äsche. Außerdem kann sich der Fluss wieder dynamisch ausdehnen, die Aue wird befeuchtet und an manchen Stellen sumpfig - ein optimaler Lebensraum für Ringelnattern und Frösche.

Für die Almeschleifen wird ein Teil des Pappelwaldes gerodet und es entsteht eine offene Auenlandschaft. Die Pappeln und weitere Erlen bekommt die Natur dann als Totholz zurück.

Die toten Zweige, Äste, Wurzelstücke und Baumstämme geben dem Ufer und dem Flussbett Struktur und Tieren Lebensraum. So nutzen Fische das Totholz als Laichplätze oder als Schutz bei starker Strömung und ernähren sich von dem am Holz sitzenden Kleintieren. Ein anderes Beispiel ist die Köcherfiege. Sie legt ihre Eier im fließenden Wasser ab, wo sie an überragendem Holz hängen bleiben. Die Larven ernähren sich an der Oberfläche des Holzes und verpuppen sich dort. Mit den Fischen und Kleintieren kommen dann auch Vögel wie der Schwarzstorch.
In diesem Zusammenhang wurde vom Landrat auch explizit der aktuelle Einsatz der GfN zum Schutz des Schwarzstorches im Kreis Paderborn gewürdigt.
Seit mehreren Jahren kümmert sich die GfN um die Flächen der NRW-Stiftung im Bürener Land, so auch um die Auenflächen an der oberen Alme, die allein mehr als 40 Hektar ausmachen. Bereits im Frühsommer 2016 hatte die GfN der Referatsleiter Liegenschaften der NRW-Stiftung Herrn Theis das Projekt vorstellen können.


Die GfN wird sich auch weiterhin um die Flächen der NRW-Stiftung kümmern und freut sich über die damit verbundene Anerkennung unserer Zusammenarbeit über die auch bei vorgenannten Termin mit Prof. Stichmann und Herrn Theis ausführlich gesprochen werden konnte.
Die begonnene Renaturierung soll In einem zweiten Bauabschnitt über weitere 1,5 Kilometer der Alme bei Ringelstein fortgesetzt werden. Die Arbeiten sind für das Jahr 2019 geplant.

Schlafplätze des Rotmilans auf dem Sintfeld

Auch in 2017 wurden wieder die nachbrutzeitlichen Schlafplätze der Rotmilane im südlichen Kreisgebiet Paderborn erfasst. Nachfolgend die erfassten Daten zu 3 Schlafplätzen auf dem östlichen Sintfeld zwischen Fürstenberg und Meerhof.

Im letzten Jahr hatten sich die Schlafplätze im südlichen Bereich der Körtge auf den Schürenbusch konzentriert (über 40 Milane), aber auch in diesem Jahr gab es wieder die Ansammlungen auf den Hochspannnungsmasten am Schürenbusch, bevor die Milane die eigentlichen Schlafplätze in den alten Buchenwaldbeständen aufsuchten.

Vortrag Rotmilan-Raumnutzung stieß auf großes Interesse

Am Vortrag des jungen Bürener Diplom-Geographen Jan Frederik Clausen zur Raumnutzung der Rotmilane im südlichen Bürener Stadtgebiet nahmen mehr als 40 Interessierte teil.
Dem Vortrag vorgeschaltet war eine kleine Exkursion zur Musikantenecke nördlich von Keddinghausen, bei der Christian Finke zunächst durch die vereinseigene Naturschutzfläche führte,  um dann vom Waldrand aus die Flugbewegungen der Rotmilane am Okental zu beobachten. Bereits hier fanden sich schon rund 20 interessierte Personen ein.



Obwohl in den Tagen zuvor einige Rotmilane bei ihren Flugbewegungen zu beobachten waren, war die Zahl am Exkursionstag eher gering.
Danach fuhren die Teilnehmer zum Segelflugplatz des Aeroclubs Büren. Im Versammlungsraum des Aeroclubs nahmen dann über 40 Personen, u.a. auch vom benachbarten VNV e.V. aus dem Nachbarkreis HSK, am Vortrag teil. Jan Frederik Clausen stellte ausführlich die Ergebnisse seiner Beobachtungen aus dem Jahr 2016 dar, die auch Gegenstand seiner Diplomarbeit waren.
Dabei zeigte sich, dass die Rotmilan-Schlafplätze von ebenso großer Bedeutung für mögliche Windenergieplanungen sind, wie die einzelnen Horststandorte der Rotmilane auf der Paderborner Hochfläche. Dieses sollte zukünftig viel stärker berücksichtigt werden.

Der angeregten Diskussion folgte noch ein gemeinsames Grillen auf dem Gelände des Aeroclubs Büren.


Dem Aeroclub danken wir ganz herzlich für die tolle Unterstützung unserer Veranstaltung.


GfN stellt für 2 Naturschutzprojekte LEADER-Antrag

Es ist das Ergebnis der Diskussionen und Aktionen rund um das Thema „Streuobstwiesen und alte Apfelsorten“, der Projektantrag „Alt und ges...